1.3. Wie funktioniert ein Content Management System wie WordPress eines ist?

Du hast Dir also bei einem Provider Deinen kleinen, öffentlich zugänglichen Platz im Internet gemietet und möchtest jetzt Deine neue Webseite dort installieren.

Früher (vor langer, langer Zeit, in den 1980er- und 1990er-Jahren) hat man noch Webseiten „statisch“ programmiert, das heißt den Code in HTML (HyperTextMarkupLanguage) für jede Seite einzeln hingeschrieben. Wenn man z.B. die Firmenadresse in der „Fußzeile“ ändern wollte, musste man diese Änderung auf jeder Seite einzeln durchführen.

Heutzutage werden die meisten Webseiten „dynamisch“ erzeugt, das heißt Programmdateien holen sich die Inhalte der Seite aus einer Datenbank, führen die Inhalte zusammen und stellen sie auf einer Webseite dar. (Mehr zur Darstellung im nächsten Kapitel über „Themes“.) Eine Seite ist praktisch aus mehreren Platzhaltern zusammengestoppelt. Wenn man einen Abschnitt „Fußnote“ definiert und mit Inhalt befüllt hat, muss man diesen Inhalt nur einmal, an einer Stelle ändern, damit er auf der ganzen Webseite aktualisiert angezeigt wird. Dasselbe gilt für andere Elemente wie Menüs. Das ist unheimlich praktisch.

Es gibt eine ganze Reihe von Content-Management-Systemen: Joomla, Typo3, Contao, Drupal... WordPress ist das derzeit beliebteste CMS. 35 % des Internets verwenden WordPress, vom Hobbyblog bis zu den größten Nachrichten-Websites im Netz. (Quelle: wordpress.org)

Alle diese Content Management Systeme basieren also auf zwei Komponenten: Programm-Dateien und einer Datenbank. Die Programm-Dateien holen die Inhalte aus der Datenbank und stellen sie am Bildschirm dar.

Die Datenbank

Eine Datenbank besteht aus Tabellen. Die Tabellen sind mit Inhalten oder mit Verknüpfungen zwischen Tabellen gefüllt. In den einzelnen Tabellen werden die Inhalte Deiner Webseite gespeichert, wie Beiträge, Kommentare, Benutzer etc.

Für Datenbanken gibt es unterschiedliche Programmiersprachen, die derzeit beliebtesten sind mySQL und MariaDB. Einen Zugang zur Datenbank findest Du für gewöhnlich im Kundenbereich Deines Hosts.

Normalerweise brauchst Du nicht direkt in die Datenbank einsteigen. Und Du solltest auch vorsichtig mit Änderungen an der Datenbank sein. Wenn die Datenbank kaputt ist, funktioniert die Webseite nicht mehr. Ich finde es aber ganz nützlich, das einmal gesehen zu haben.

Die Programmdateien am FTP-Server

Die Programm-Dateien sind am Server in einer Dateistruktur gespeichert, wie Du sie von Deinem Computer kennst (Datei-Explorer unter Windows oder Finder am Mac). Zugang dazu bekommst Du ebenfalls häufig über den Kundenbereich Deines Hosts, oder du legst Dir einen so genannten „FTP Zugang“ an, das ist meistens praktischer. (Wie das geht, zeige ich Dir in einem anderen Abschnitt.)

Es kann sein, dass Du für gewisse Fein-Einstellungen etwas in der Datei „wp-config.php“ ändern sollst. Dann musst du wissen, wie Du zu der Datei kommst und wie Du dort etwas änderst. Wenn wir das brauchen, zeige ich Dir jeweils im Einzelnen, was Du machen musst.

Im Zusammenspiel

Die Programmdateien holen sich also die Inhalte aus der Datenbank, führen sie mit dem Programm zusammen und stellen alles im Browser dar.

Den zusammengeführten Code kannst Du Dir zum Beispiel im Chrome Browser anschauen, wenn Du auf „Anzeigen  Entwickler  Quelltext anzeigen“ gehst.


Das heißt: Damit eine WordPress Webseite funktioniert, musst Du beim Host eine Datenbank erstellen (du brauchst auch einen Tarif, der Datenbanken inkludiert), und du musst einen Ordner anlegen, in dem die Programmdateien abgelegt werden können.

Die gute Nachricht: Viele Hosts bieten bereits eine automatische WordPress-Installation, die das alles automatisch für Dich erledigt. Falls Dein Host keine automatische WordPress-Installation anbietet, findest Du im Abschnitt 2.3. „WordPress bei einem beliebigen Host einrichten“ eine Anleitung, wie Du es selber machen kannst.

Dein Feedback:

Hast Du alles verstanden? Was hast Du nicht verstanden? War das Tempo ok? Zu schnell? Zu langsam? Fehlt Dir etwas zum Verständnis? Was könnte ich in der Lektion verbessern? 

Diskussion

13 Kommentare